DIKOM-Projekt stellt innovativen Versorgungs-LKW vor
Am Donnerstagnachmittag wurde ein außergewöhnliches Projekt im Landkreis Neunkirchen vorgestellt.
Bereits 2024 hatte es dazu eine Informationsveranstaltung im Historischen Sitzungssaal gegeben.
Der Hintergrund: Pflegeheimbewohnerinnen und Pflegeheimbewohner werden vergleichsweise häufig zur Abklärung von Symptomen in ein Krankenhaus eingewiesen. Für ältere und pflegebedürftige Menschen bedeutet ein solcher Transport eine erhebliche Belastung – insbesondere dann, wenn sich später herausstellt, dass eine stationäre Behandlung gar nicht notwendig gewesen wäre.
Genau hier setzt das Innovationsprojekt an. Ziel ist es, Krankenhauseinweisungen von Pflegeheimbewohnerinnen und Pflegeheimbewohnern zu verringern, die medizinische Versorgung vor Ort zu verbessern und damit zugleich die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen.
Entwickelt wurde das bundesweit besondere Modell von Professor Dr. Klaus Fassbender, dem ehemaligen Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum des Saarlandes. Das Projekt wird mit rund neun Millionen Euro aus Mitteln des Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss gefördert.
Das Herzstück des Projekts ist ein speziell ausgestatteter großer Lkw. Er bringt medizinische Diagnostik direkt zu den Menschen in die Pflegeeinrichtung. Unter anderem sind Röntgen, Computertomographie, weitere Untersuchungen und Laborbefunde vor Ort möglich. Hinzu kommen die digitale Vernetzung und telemedizinische Kommunikation. Damit entsteht gewissermaßen eine mobile klinische Notaufnahme, die dorthin fährt, wo sie gebraucht wird.
Am Pflegeheim der Kreuznacher Diakonie wurde dieses moderne Fahrzeug nun vorgestellt. Mit dabei waren neben Professor Fassbender und Armin Lang, der das Projekt unterstützt hat, auch Landtagspräsidentin Heike Winzent, Staatssekretär Sebastian Thul und das Einsatzteam des neuen Fahrzeugs.
Der Ansatz besteht darin, Medizin dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird: schnell, wohnortnah und vor allem in einer für die betroffenen Menschen vertrauten Umgebung. Belastende Krankenhausfahrten und medizinisch nicht notwendige Klinikeinweisungen können so vermieden werden. Das Projekt ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie eine moderne und patientennahe Gesundheitsversorgung aussehen kann. Danke allen, die diese Idee entwickelt, unterstützt und schließlich in die Praxis gebracht haben.




