Eine Woche zwischen Herausforderungen und Verantwortung

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

für mich geht eine wechselvolle Woche zu Ende. Diese Woche war überschattet durch persönliche Angriffe gegen mich und meine Familie, über die auch die Presse berichtete. Es handelt sich um eine Bedrohungslage. Ich danke an dieser Stelle allen, die mir in den letzten Tagen Beistand gegeben haben. Es ist schön, dass man in einer solchen besonderen Lage nicht allein ist. Danke für diese Solidarität. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben, da es sich um laufende Verfahren handelt.

Ich hätte mir diese Woche ehrlich gesagt etwas anders vorgestellt und hätte gleich zu Beginn gerne über die vergangene SommerAlm resümiert. Sie war in diesem Jahr nicht nur wettermäßig ein voller Erfolg. Tausende Besucher waren auf dem Berg und feierten fünf Tage lang friedlich miteinander. Danke an dieser Stelle der Tourismus- und Kulturzentrale für die tolle Arbeit, dem Saarländischen Rundfunk für die gelungene Kooperation und allen Sponsoren, die diese SommerAlm überhaupt erst möglich machen.

Doch nun zu meiner vergangenen Woche.

Nach Schreibtischarbeit und Rücksprachen hatte ich ein Gespräch mit Friedrich Denne vom Landesverband für Landeskunde im Saarland, der mir eine interessante Kunstinitiative vorstellte. Über diese Initiative freue ich mich sehr und werde zu gegebener Zeit mehr darüber berichten.

Am Nachmittag fand dann die regelmäßige Besprechung mit dem Kreisbrandinspekteur Michael Sieslack, seinem Stellvertreter Sascha Cattarius und dem Leiter der Kreispolizeibehörde, Alexander Koch, statt. Michael Sieslack präsentierte mir die Feuerwehrstatistik für das Jahr 2025, die erneut eine extrem hohe Brandlast ausweist. Außerdem tauschten wir uns über den Katastrophenschutz, notwendige Investitionen und viele weitere Themen aus.

Ich schätze diese Gespräche auf Augenhöhe sehr, denn wir haben das Feuerwehrwesen im Landkreis Neunkirchen in den vergangenen Jahren gemeinsam gut weiterentwickelt. Danke an alle, die hier Verantwortung tragen, auch in den einzelnen Wehren vor Ort.

Am Dienstagmorgen fand eine Besprechung in der Sparkasse Neunkirchen in meiner Funktion als Vorsitzender des Verwaltungsrates statt. Hier ging es um Bauprojekte und aktuelle Themen rund um unsere Sparkasse. Der restliche Tag war geprägt von Rücksprachen und Schreibtischarbeit.

Am Mittwoch feierte ein langjähriger Mitarbeiter sein 25-jähriges Dienstjubiläum. Diese Zeit nehme ich mir gerne, um mich mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auszutauschen.

Im Anschluss fand eine Besprechung mit der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, Heike Neurohr-Kleer, statt. Danach ging es nach Neunkirchen, wo ich mich mit dem Geschäftsführer des Zweckverbandes LIK Nord, Ulrich Heinz, und dem Geschäftsführer des Zweckverbandes Natura Ill-Theel, Dr. Norman Wagner, austauschte.

Ich werde voraussichtlich in der nächsten Sitzung des LIK Nord zum Verbandsvorsitzenden gewählt. Ich kenne dieses einzigartige Naturschutzgroßprojekt bereits seit einigen Jahren. Dennoch war es spannend, Informationen aus erster Hand zu erhalten.

Worum geht es bei diesem Projekt, das bereits seit vielen Jahren läuft und dessen Förderphase VI inzwischen beendet wurde?

Wir alle wissen, dass Bergbau und Eisenindustrie unsere Region zwischen Neunkirchen und Illingen über mehr als zwei Jahrhunderte hinweg geprägt haben. Dies hatte natürlich auch erhebliche Auswirkungen auf die Landschaft. Nach dem Rückzug der Industrie eröffnete sich die Chance, diese Flächen ökologisch aufzuwerten und dauerhaft zu sichern.

Im Jahr 2007 wurde der Bundeswettbewerb „chance.natur“ ausgelobt. Unsere Region erhielt den Zuschlag. Aus diesem Grund wurde auch der Zweckverband LIK Nord gegründet. Rund zwölf Millionen Euro flossen in unsere Region und sorgten dafür, dass wertvolle Landschaften erhalten, entwickelt und geschützt werden konnten.

Nun geht es darum, dieses Projekt auch ohne weitere Fördermittel des Bundes in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Alle Verbandsmitglieder sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Ich freue mich auf den weiteren Dialog. Es waren sehr interessante Einblicke, die unser Kämmerer Olaf Niesen und ich an diesem Vormittag gewinnen konnten.

Danach wollte ich ursprünglich wieder nach Ottweiler zurückkehren, wo weitere Termine auf mich warteten. Doch dann wurde ich zu einem Großbrand gerufen.

In einem Recyclingbetrieb für Druckbehälter im Gewerbegebiet „Im Langental“ in Neunkirchen-Wellesweiler war ein Feuer ausgebrochen. Gegen 13.30 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Das Ausmaß des Brandes war für die Einsatzkräfte bereits auf der Anfahrt unübersehbar. Eine gewaltige Rauchsäule stieg über dem Gewerbegebiet auf und war schon aus großer Entfernung sichtbar.

Nahe gelegene Wohnhäuser mussten evakuiert werden. Für die Einsatzkräfte war dies eine äußerst gefährliche Lage, da Spraydosen und Druckbehälter durch die enorme Hitze explodierten. Der intensive Industriebetriebsbrand griff zudem schnell auf die ausgetrocknete Vegetation hinter dem Betriebsgelände über. Über Wiesen und Baumreihen breitete sich das Feuer hangaufwärts in Richtung der Wohnhäuser im Distelfeld aus.

Den Einsatzkräften gelang es jedoch, die Ausbreitung des Feuers rechtzeitig zu stoppen und so die Wohnbebauung zu schützen.

Insgesamt waren rund 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK, THW, Polizei sowie den Energieversorgern aus den Landkreisen Neunkirchen, St. Wendel, Saarlouis, dem Pfalz-Kreis und dem Regionalverband Saarbrücken im Einsatz.

Gemeinsam mit Innenminister Reinhold Jost,  Neunkirchens Bürgermeisterin Lisa Hensler, dem Beigeordneten Thomas Hans, Landesbrandinspekteur Timo Meyer sowie unserem Kreisbrandinspekteur Michael Sieslack und seinem Stellvertreter Sascha Cattarius machte ich mir ein Bild von der Lage.

Ich danke an dieser Stelle allen, die sich in besonderem Maße um unsere Sicherheit kümmern. Dieser Einsatz hat erneut eindrucksvoll gezeigt, wie leistungsfähig unsere Hilfsorganisationen sind. Auf euch können wir uns verlassen. Dafür ein aufrichtiges Dankeschön.

Gestern Morgen führte ich ein ausführliches Interview mit einer Mitarbeiterin der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) zum Projekt „Quartiersbezogene Armutsbekämpfung in Neunkirchen“. An diesem Projekt engagieren wir uns gemeinsam mit der Kreisstadt Neunkirchen und dem Land. Ziel ist es, in den kommenden zehn Jahren die Wohn- und Lebensbedingungen der Menschen in den betroffenen Quartieren nachhaltig zu verbessern.

Am Nachmittag tauschte ich mich mit Professor Dr. Heck von der Hochschule Trier, Umwelt-Campus Birkenfeld, aus. Er stellte mir ein interessantes Nachhaltigkeitsprojekt vor, das ich gerne gemeinsam mit meiner Verwaltung weiterverfolgen möchte.

Im Anschluss sprach ich mit Christian Rau über verschiedene touristische Themen. Natürlich waren auch die diesjährige SommerAlm und ihre Fortsetzung im kommenden Jahr Gegenstand unseres Austauschs.

Heute Morgen gratulierte ich einer Mitarbeiterin zu ihrem 25-jährigen Dienstjubiläum. Anschließend besuchte ich die Kindertageseinrichtung Villa Winzig in Neunkirchen. Diese Einrichtung kenne ich besonders gut, da mein Sohn sie vor vielen Jahren selbst besucht hat.

Die Villa Winzig wird von einem Verein getragen, was heute durchaus etwas Besonderes ist. Gemeinsam mit Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot und der Bürgermeisterin der Kreisstadt Neunkirchen, Lisa Hensler, stellten uns die Verantwortlichen der Kindertagesstätte ihr pädagogisches Konzept sowie die Raumgestaltung vor. Vor einigen Jahren wurde die Villa Winzig am gleichen Standort neu gebaut und entspricht heute den modernsten Anforderungen an eine Kindertageseinrichtung.

Danach stand wieder Schreibtischarbeit auf dem Programm, bevor es für mich zur AWO nach Ottweiler ging, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Es war für mich selbstverständlich, auch im Namen der Bürgerinnen und Bürger des Landkreises herzlich zu diesem besonderen Jubiläum zu gratulieren.

Die AWO ist mit ihrem vielfältigen Angebot, das von haupt- und ehrenamtlich Engagierten getragen wird, unverzichtbar für unsere Gesellschaft. Überall im Landkreis gibt es Begegnungsstätten und Angebote der AWO. Deshalb danke ich allen, die sich haupt- oder ehrenamtlich mit großem Engagement für das Wohl der Menschen im Landkreis Neunkirchen einsetzen. Auf die AWO ist Verlass.

Gegründet wurde die AWO 1919 von Marie Juchacz als Antwort auf die sozialen Folgen des Ersten Weltkriegs. Die damalige Zeit war geprägt von Not, Armut und sozialer Ungleichheit. Bis heute stehen die Werte der AWO für Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit.

Seit 1926 ist der Ortsverein Ottweiler ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in unserer Stadt und im Landkreis. Und die Aufgaben der Zukunft werden sicherlich nicht weniger.

Nochmals danke ich allen, die dort Verantwortung übernehmen.

Liebe Blogleserinnen und -leser,

mein Blog für diese Woche geht zu Ende. Wir erleben derzeit hochsommerliches Wetter. Überall im Landkreis Neunkirchen finden Feste und Veranstaltungen statt. Machen Sie von diesem vielfältigen Angebot Gebrauch, treffen Sie sich mit Familie und Freunden und genießen Sie einfach das Leben.

Ihr Landrat

Sören Meng