Woche der Einsätze
Liebe Blogleserinnen und Blogleser,
eine sehr anspruchsvolle Woche geht zu Ende. Sie war vor allem geprägt vom hohen Engagement hunderter Einsatzkräfte in unserem Landkreis.
Am Sonntagnachmittag entstand in einem Waldstück zwischen Wustweiler und Hirzweiler ein Brand in sehr unwegsamem, kaum erreichbarem Gelände. Sofort waren zahlreiche Einsatzkräfte vor Ort, um gegen das sich schnell ausbreitende Feuer anzukämpfen. Dabei waren erst wenige Stunden vergangen, seit das letzte Feuer in einem Waldstück bei Ottweiler gelöscht worden war. Und schon wieder waren unsere Einsatzkräfte gefordert.
Zeitweise waren weit über 500 Einsatzkräfte vor Ort, um Schlimmeres zu verhindern. Rund 18 Hektar Wald, also eine Fläche von etwa 25 Fußballfeldern, fielen den Flammen zum Opfer. Die Rauchsäule über dem betroffenen Wald war zeitweise kilometerweit zu sehen.
Besonders kritisch war die Situation an einem benachbarten Bauernhof mit rund 300 Milchkühen. Etwa 70 Pferde mussten am Sonntag in Sicherheit gebracht werden. Der Feuerwehr gelang es letztlich, den Brand von den Stallungen fernzuhalten. Auch zahlreiche Landwirte aus dem ganzen Saarland machten sich auf den Weg, um zu helfen. Diese Welle der Hilfsbereitschaft war beeindruckend.
Ich war in diesen Tagen immer wieder gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Hübgen vor Ort, um mir ein Bild von der Lage zu machen. Feuerwehreinheiten aus dem gesamten Saarland, THW, DRK, Polizei, Forst und viele weitere Kräfte waren im Einsatz. Auch die Einsatzleitung, unter anderem mit Sascha Cattarius von der Feuerwehr, leistete rund um die Uhr großartige Arbeit. Erst am Mittwochabend konnte schließlich Entwarnung gegeben werden: Das Feuer war unter Kontrolle. Geholfen hat dabei sicherlich auch der einsetzende Regen.
Ich könnte an dieser Stelle noch sehr viel über diese Tage schreiben. Meine eigentliche Botschaft ist aber eine einfache: Herzlichen Dank an alle, die für unsere Sicherheit da sind – rund um die Uhr und immer wieder aufs Neue.
Mein Dank gilt ebenso unserem Team des Katastrophenschutzes unter der Leitung von Alexander Koch. Auch er und sein Team haben Unglaubliches geleistet. Sie stellten Material aus dem Katastrophenschutz bereit und waren während des Einsatzes immer präsent. Gerade in einer solchen Situation zeigt sich, dass sich die finanziellen Anstrengungen der vergangenen Jahre ausgezahlt haben. Noch während des Brandgeschehens konnten zwei neue Kleinstfahrzeuge für die Brandbekämpfung zur Verfügung gestellt werden. Investitionen in den Katastrophenschutz sind Investitionen in die Sicherheit der Menschen in unserem Landkreis.
Natürlich hat der Waldbrand auch meine persönliche Woche bestimmt. Zahlreiche Termine musste ich absagen oder umplanen.
Am Montag tagten zunächst der Verbandsausschuss und anschließend die Verbandsversammlung des LIK Nord. In dieser Verbandsversammlung wurde ich zum neuen Verbandsvorsteher gewählt. Ich trete damit die Nachfolge des Friedrichsthaler Bürgermeisters Christian Jung an.
Am Dienstag war ich gemeinsam mit der Leiterin unserer Kreisvolkshochschule, Sarah Falkenrich, und Lisa Hoffmann-Kuhnen vom Bildungsbüro in Ludwigshafen zu Gast. Die Regionalagentur Kommunales Bildungsmanagement hatte zu einer Tagung unter dem Motto „Die Kommune am Steuer – bessere Bildungschancen, kein Lippenbekenntnis“ eingeladen.
Ich durfte dort unser Projekt zur Sprachentwicklung im Übergang von der Kita in die Grundschule vorstellen. Der Austausch war spannend, und die große Resonanz auf unser Projekt hat mich sehr gefreut. Meinen Vortrag füge ich diesem Blogbeitrag in den Downloads bei.
https://www.landkreis-neunkirchen.de/fileadmin/user_upload/Vortrag_Spitzengespraech_18.08.2026.pdf
Zeitgleich fand im Historischen Sitzungssaal im Landratsamt in Ottweiler wieder eine Einbürgerung statt. Aufgrund meiner Abwesenheit übernahm stellvertretend Herr Jens Burger von der Kreispolizeibehörde diese Aufgabe.
Mit der deutschen Staatsangehörigkeit sind sie nun auch offiziell Teil der deutschen Staatsgemeinschaft und gestalten die Zukunft des Landkreises Neunkirchen aktiv mit.
Der Weg zur Einbürgerung ist mit verschiedenen Voraussetzungen verbunden und erfordert Engagement und Ausdauer. Dazu zählen unter anderem ausreichende Deutschkenntnisse, ein erfolgreich absolvierter Einbürgerungstest sowie das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
Der Landkreis Neunkirchen gratuliert allen neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern herzlich zur Einbürgerung und wünscht ihnen für ihren weiteren Weg alles Gute.
Am Nachmittag ging es für mich wieder zurück ins Waldgebiet bei Hüttigweiler und Wustweiler.
Am Mittwochmorgen durfte ich zwei Mitarbeiter anlässlich ihres 25-jährigen Dienstjubiläums auszeichnen. Danach standen interne Gespräche auf dem Programm.
Am Nachmittag war ich auf Einladung unserer Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und von Sportminister Reinhold Jost bei einem Empfang für die Bundesliga-Mannschaft der SV Elversberg und die Tischtennis-Bundesligamannschaft des 1. FC Saarbrücken zu Gast. Beide wurden für ihre hervorragenden Leistungen gewürdigt. Natürlich hat es mich besonders gefreut, dort auch die Mannschaft aus unserem Landkreis zu erleben. Für die erste Bundesliga-Saison in der Geschichte der SV Elversberg drücke ich fest die Daumen.
Am Donnerstagmorgen fand ein Treffen mit dem Team unseres Jugendamtes statt. Dabei ging es unter anderem um die Sicherheit im Jugendamt. Gerade bei einem solchen Thema ist mir der persönliche Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wichtig.
Am Donnerstagnachmittag wurde dann ein außergewöhnliches Projekt im Landkreis Neunkirchen vorgestellt. Bereits 2024 hatte es dazu eine erste Information in unserem Historischen Sitzungssaal gegeben. Jetzt wird aus der Idee Realität.
Der Hintergrund: Pflegeheimbewohnerinnen und Pflegeheimbewohner werden vergleichsweise häufig zur Abklärung von Symptomen in ein Krankenhaus eingewiesen. Für ältere und pflegebedürftige Menschen bedeutet ein solcher Transport eine erhebliche Belastung – insbesondere dann, wenn sich später herausstellt, dass eine stationäre Behandlung gar nicht notwendig gewesen wäre.
Genau hier setzt das Innovationsprojekt an. Ziel ist es, Krankenhauseinweisungen von Pflegeheimbewohnerinnen und Pflegeheimbewohnern zu verringern, die medizinische Versorgung vor Ort zu verbessern und damit zugleich die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen.
Entwickelt wurde das bundesweit besondere Modell von Professor Dr. Klaus Fassbender, dem ehemaligen Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum des Saarlandes. Das Projekt wird mit rund neun Millionen Euro aus Mitteln des Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss gefördert.
Das Herzstück des Projekts ist ein speziell ausgestatteter großer Lkw. Er bringt medizinische Diagnostik direkt zu den Menschen in die Pflegeeinrichtung. Unter anderem sind Röntgen, Computertomographie, weitere Untersuchungen und Laborbefunde vor Ort möglich. Hinzu kommen die digitale Vernetzung und telemedizinische Kommunikation. Damit entsteht gewissermaßen eine mobile klinische Notaufnahme, die dorthin fährt, wo sie gebraucht wird.
Am Pflegeheim der Kreuznacher Diakonie wurde dieses moderne Fahrzeug nun vorgestellt. Mit dabei waren neben Professor Fassbender und Armin Lang, der das Projekt unterstützt hat, auch Landtagspräsidentin Heike Winzent, Staatssekretär Sebastian Thul und natürlich das Einsatzteam des neuen Fahrzeugs.
Jetzt geht es darum, möglichst viele Pflegeheime im Saarland auf dieses Angebot aufmerksam zu machen.
Mich fasziniert vor allem der Ansatz, Medizin dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird: schnell, wohnortnah und vor allem in einer für die betroffenen Menschen vertrauten Umgebung. Belastende Krankenhausfahrten und medizinisch nicht notwendige Klinikeinweisungen können so vermieden werden. Für mich ist das ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie eine moderne und patientennahe Gesundheitsversorgung aussehen kann. Danke allen, die diese Idee entwickelt, unterstützt und schließlich in die Praxis gebracht haben.
Im Anschluss tagte in Neunkirchen der Kreisausschuss, der die in der kommenden Woche stattfindende Kreistagssitzung vorbereitete.
Heute Morgen kam der Vorstand des Landkreistages zu einer Sitzung mit umfangreicher Tagesordnung zusammen.
Am Nachmittag fand dann zum ersten Mal unser „Marktplatz Ehrenamt“ statt. Initiiert wurde die Veranstaltung von unserer Ehrenamtsbörse unter der Leitung von Dr. Matthias Schilhab. Rund 38 Vereine und Organisationen präsentierten sich im Großen Sitzungssaal in Neunkirchen und zeigten, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, sich in unserem Landkreis einzubringen.
Auch ich war vor Ort und war einmal mehr beeindruckt von der Bandbreite des Angebots. Ob Soziales, Kultur, Sport oder viele andere Bereiche: Wer etwas für andere Menschen tun und sich engagieren möchte, findet in unserem Landkreis zahlreiche Möglichkeiten. Der „Marktplatz Ehrenamt“ hat dafür viele Anregungen gegeben und Menschen miteinander ins Gespräch gebracht.
Liebe Blogleserinnen und Blogleser,
eine wechselvolle und außergewöhnliche Woche geht damit zu Ende. Wenn ich auf diese Tage zurückblicke, zieht sich trotz der ganz unterschiedlichen Termine ein Gedanke durch die Woche: Unser Landkreis lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen. Von denen, die bei einem Waldbrand bis an ihre Grenzen gehen, von Menschen, die neue medizinische Versorgung entwickeln, und von den vielen Ehrenamtlichen, die ihre Zeit und Kraft für andere einsetzen.
Dafür bin ich dankbar.
Ich wünsche Ihnen eine erholsame Zeit und ein schönes Wochenende.
Ihr Landrat Sören Meng








