Stolpersteinverlegung in Neunkirchen

Gemeinsam gegen das Vergessen

Heute wurden in Neunkirchen weitere Stolpersteine zur Erinnerung an Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung verlegt.

Die Verlegung fand gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtgesellschaft sowie Angehörigen statt und endete mit einer öffentlichen Abschlussveranstaltung mit mit Schülerinnen und Schülern in der Gemeinschaftsschule Neunkirchen-Haspelstraße.

Das europaweite Projekt der Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig erinnert an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus entrechtet, verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Die kleinen Messingtafeln im Gehweg werden vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Opfer verlegt und geben den Menschen ihre Namen und Geschichten zurück.

Gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus, Ausgrenzung und gesellschaftliche Spaltung wieder sichtbar zunehmen, ist dieses Projekt von besonderer Bedeutung. Stolpersteine machen Geschichte sichtbar – mitten im Alltag, mitten in unseren Straßen. Sie erinnern daran, dass hinter jedem Namen ein individuelles Schicksal, eine Familie und ein Leben standen. Erinnerungskultur bedeutet deshalb nicht nur Rückblick, sondern auch Verantwortung für Gegenwart und Zukunft.

Die Verlegung der Stolpersteine wurde durch die Straßenbauer-Klasse des TGBBZ Jägermeisterpfad unter der Leitung von Lehrerin Monika Hack durchgeführt. Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulen beteiligten sich aktiv an der Gestaltung des Tages, unter anderem durch das Vortragen von Kurzbiographien der Opfer.

Folgende Stolpersteine wurden verlegt:

  • Hüttenbergstraße 43
    Sechs Stolpersteine für Hermann und Karoline Petri, Luise Petri, Henriette Petri, Caroline Petri-Meffert sowie Hermann Meffert.
  • Irrgartenstraße 14
    Drei Stolpersteine für Alma Glaser/Ruth, Ferdinand Ruth und Reinhold Ruth.
  • Philippstraße 5
    Ein Stolperstein für Hermann Simon.
  • Knappschaftsstraße
    Zwei Stolpersteine für Hermann Karl L. Petri und Juliana Petri, geborene Harlos.
  • Goethestraße 5
    Sechs Stolpersteine für die Familie Paul und Anna Singer sowie Grete, Artur, Mathilde und Liselotte Singer.
  • Wiebelskirchen, Bexbacherstraße 50
    Ein Stolperstein für Albert Hoppstädter.

 

Die Stolpersteine holen die Geschichten der Opfer zurück in unsere Straßen und unser Bewusstsein. Sie erinnern uns daran, wachsam zu bleiben – gegen Ausgrenzung, Hass und Antisemitismus. Erinnerung ist nicht Vergangenheit. 

Erinnerung ist Verantwortung.