Sitzungswoche mit närrischem Finale

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

eine sehr abwechslungsreiche Woche geht zu Ende. Wie gewohnt möchte ich an dieser Stelle über meine Aufgaben berichten.

Der Montag begann mit einer Besprechung sowie der Vorbereitung der Stiftungsratssitzung unserer Bürgerstiftung. Diese Stiftung wurde im Rahmen des Bundesprogramms Land(auf)Schwung ins Leben gerufen und ist dank eines engagierten Stiftungsrates sehr lebendig. Immer wieder gelingt es uns, Stiftungsgelder zu akquirieren, die wir anschließend an gemeinnützige Vereine und Organisationen in unserer Region ausschütten können. Auf diese Weise stärken wir nachhaltig – dank vieler Spenden – das Ehrenamt im Landkreis und würdigen das großartige Engagement für unsere Gesellschaft.

Im Anschluss standen verwaltungsinterne Gespräche sowie Schreibtischarbeit an. Am Nachmittag ging es dann zum Lesewettbewerb an die Albert-Schweitzer-Schule nach Spiesen-Elversberg. Seit vielen Jahren wird der Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbes vom Kreisjugendamt organisiert.

Am Ende des Wettbewerbs, an dem insgesamt 12 Schulen des Kreises teilnahmen, kürte die vierköpfige Jury, bestehend aus Sarah Falkenrich (KVHS Neunkirchen), Anke Birk (Buchhandlung „Bücher König“ in Neunkirchen), Katrin Armbrust (Friedrich-Bödecker-Kreis) und Gabriele Essler (Stadtbibliothek Neunkirchen), den Sieger des Kreisentscheids: Max Stoll vom Illtal-Gymnasium in Illingen durfte sich über den ersten Platz freuen und wird somit am saarländischen Landesentscheid teilnehmen.

Es war mir eine Ehre, die Siegerehrung übernehmen zu dürfen. Lesen ist weit mehr als schulisches Lernen – es ist eine zentrale Kernkompetenz fürs Leben und eine Grundlage für unsere schnelllebige Zeit. Lesen öffnet Türen zu Wissen, Fantasie und Bildung. Der Vorlesewettbewerb macht deutlich, wie wichtig es ist, junge Menschen früh dafür zu begeistern. Alle Teilnehmenden können sehr stolz auf sich sein.

Der Dienstagmorgen begann mit der Führungskräfte-Runde unserer Kreisverwaltung, die von mir geleitet wird. Hier besprachen wir zahlreiche Themen aus unseren Verantwortungsbereichen. Unter anderem spielte das Thema Digitalisierung eine große Rolle. Wir arbeiten kontinuierlich an der Einführung der E-Akte und haben bereits zahlreiche Verwaltungsbereiche angebunden. Diese Arbeit setzt fort, was vor einigen Jahren mit dem digitalen Rechnungsworkflow begonnen hat.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Fastnacht: Bereits zum sechsten Mal lud ich alle 35 Karnevalsvereine in den Historischen Sitzungssaal des Landratsamtes ein. Mir liegt es am Herzen, den ehrenamtlich Tätigen zu danken sowie den Austausch und die Vernetzung untereinander zu fördern. Natürlich durfte auch eine karnevalistische Rede von mir nicht fehlen, die Sie gerne hier nachlesen können: 

„Unser Welt, das is gewiss,

alles andere als herzlich ist.

Zohres, Ärjer, Trumpgeschrei,

Putin is aach noch debei,

Merz und Klingbeil schreie laut,

Standarts werre abgebaut,

un bei de Annere, die von geschder,

knalle Korke, wie an Silveschder.

So kann das jo net weitergehn,

kann man net mol das Gute sehn,

Ihr zeies doch mit Eirer Schau,

Narre gucke sehr genau,

Ihr Faasenachter, Ihr sinn topp,

 dodruff ein lautes Alleh Hopp!

Unser Pin, er steht für Herzlichkeit,

Ihr Narre, ihr sinn längschd bereit,

bereite Frohsinn immerzu,

ihr siehn direkt, wo drückt der Schuh.

Mit Freude un mit Herzlichkeit,

do gebbts im Lääwe faschd kä Streit,

mit Komplimente, die nix koschde,

wär mancher froh uff seinem Poschde.

Stellen eich vor in Politik,

gäbbs Komplimente statt Kritik.

Toscani saat zur Chefin im Land,

Anke, was bischd Du charmant.

Sie kontert: Stefan, ei der Daus,

wie siehschde heit so knackig aus.

De Merz saat Angi, Rautekätzche,

im Herze bischd du noch mei Schätzche.

Un sie säuselt dann zurück,

Friederich mei Zuckerstück.

De Trump saat zu der Von der Leien,

tue mir Dein scheenschdes Lächeln zeien.

Sie schmachtet: Donald, pälzer Brocke,

bei dir bin ich stets von de Socke.

Die Welt wär besser ohne Knopp,

dodruff ein lautes Alleh Hopp!

Ehrlich Ihr Narre, eich muss ma stets ehre,

die Welt sie kennt von eich viel lehre,

ihr integriere, welch ein Schatz,

bei eich hat jeder seinen Platz.

Ob arm, ob reich, ob groß ob klein,

bei Euch darf jeder glücklich sein.

Ihr spaltet net, ihr binne in,

ihr sinn für mich ein Hauptgewinn,

die Jugendarbeit, sie is topp,

dodruff ein lautes Alleh Hopp!“

Auch überreichten wir wie jedes Jahr den von Claus Zewe gestalteten Faschings-Pin, den die Sparkasse Neunkirchen ermöglicht hatte und der in jedem Jahr ein wahres Schmuckstück ist.

Am Mittwochmorgen traf ich mich mit Vertretern einer Beschäftigungsgesellschaft, um über die künftige Zusammenarbeit zu sprechen. Neben unserer eigenen Beschäftigungsgesellschaft AQA arbeiten wir seit vielen Jahren vertrauensvoll mit weiteren Trägern zusammen. Ein solcher Austausch ist für beide Seiten sehr wichtig.

Am Nachmittag nahm ich an einer außerordentlichen Sitzung des Landesbeirates für Brandschutz, Technische Hilfe und Katastrophenschutz teil. Diese Sitzung wurde kurzfristig einberufen, sodass ich den zeitgleich tagenden Kreisjugendhilfeausschuss nicht selbst leiten konnte. Dort wurde ich von Sven Kley vertreten.

An der Sitzung des Landesbeirates nahm ich als Vertreter des Landkreises teil. Innenminister Reinhold Jost und Staatssekretär Torsten Lang erläuterten die Neustrukturierung des Bevölkerungsschutzes im Saarland. Ab Mitte Februar wird es im Innenministerium eine eigene Abteilung „Bevölkerungsschutz“ geben. Bisher waren diese Aufgaben auf verschiedene Bereiche verteilt. Da der Umfang dieses Themengebietes in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat, wurden entsprechende organisatorische Änderungen vorgenommen. Die neue Abteilung bündelt Kompetenzen – von der zivil-militärischen Zusammenarbeit über den Digitalfunk bis hin zur grenzüberschreitenden Kooperation – und wird mit rund 30 Mitarbeitenden besetzt. Die Leitung übernimmt Thorsten Weiler, bisher Leiter der Polizeiabteilung. Für die saarländischen Landkreise lobte ich die gute und enge Zusammenarbeit im Katastrophenschutz. Angesichts der geopolitischen Lage wird der Bevölkerungsschutz künftig weiter an Bedeutung gewinnen, weshalb ich diese Änderungen ausdrücklich begrüße.

Am Donnerstagmorgen fand eine gelungene Veranstaltung rund um unsere Regionalmarke statt, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Gemeinsam mit Horst Becker Touristik wird erneut eine Oldtimerbus-Tour zu Partnerbetrieben angeboten. Regionalmarken-Koordinator Willi Walter und Silke Becker haben dafür ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das regelmäßig auf große Resonanz stößt.

Da die Rundfahrt jeweils mit wechselnden Akteurinnen und Akteuren gestaltet wird, lässt sich der Landkreis immer wieder neu entdecken. In diesem Jahr beteiligen sich elf Partnerbetriebe der Regionalmarke sowie das KKM-Museum und die Römerstation Legio Gemina und machen die Tour zu einem informativen und genussvollen Erlebnis.

Die Veranstaltung fand im Gasthaus Scherer in Schiffweiler mit zahlreichen beteiligten Partnerbetrieben statt. Eine gute Gelegenheit für mich, allen Partnerbetrieben für ihr Engagement zu danken. Die die Teilnahme an dieser Tour ist nicht selbstverständlich. Unsere Regionalmarke steht für regionale Wertschöpfung – deshalb bin ich sehr dankbar, dass das Projekt seit Jahren von unserer Wirtschaftsförderungsgesellschaft unterstützt wird. 

Die Tour wird an vier Terminen angeboten: 5. Mai, 2. Juni, 4. August und 6. Oktober 2026. Die Teilnahmegebühr beträgt 114,00 Euro pro Person, Anmeldungen erfolgen bei Becker Touristik GmbH online unter www.becker-touristik.de oder telefonisch unter 06821 – 71279.

Danach folgten Termine zu verschiedenen Themen, unter anderem im Beirat zur Armutsbekämpfung, in dem ich die saarländischen Landkreise vertrete. Ziel ist es, Menschen in prekären Lebensverhältnissen zu unterstützen. Außerdem fand eine Besprechung rund um den Erlebnisort Reden mit dem Bürgermeister der Gemeinde Schiffweiler Cedric Jochum, Vertretern der Landesregierung sowie unserem Standortmanager Eric Schneider statt.

Den Abschluss des Arbeitstages bildete die Sitzung des Kreistages. Im öffentlichen Teil hielt der Kommandeur des Landeskommandos, Oberst Staab, einen Vortrag über die aktuelle Lage in Deutschland und die damit verbundenen Herausforderungen. Die aktuelle außenpolitische Lage betrifft die Kreisverwaltung, wie andere Behörden auch, in mehreren Punkten. Oberst Staab konnte die Lage aus militärischer Sicht, insbesondere auf die hybride Kriegsführung, aus erster Hand vorstellen. Weitere Punkte waren unter anderem die Feststellung des Jahresabschlusses 2025, die Einführung einer digitalen Kita-Anmeldeplattform im Landkreis Neunkirchen, die Bestätigung der Schulsozialarbeit, Verbesserungen im ÖPNV sowie Anfragen der CDU-Kreistagsfraktion zu Themen wie Krankenhaus, NVG oder dem Erlebnisort Reden.

Am heutigen Morgen standen einige interne Termine an. Anschließend hatte ich noch einige interne und externe Besprechungen zu verschiedenen Themen. Wenn dieser Blog erscheint, bin ich zu Gast beim Obst- und Gartenbauverein Hüttigweiler, wo ich eine Büttenrede halte. Im Anschluss besuche ich den Karnevalsverein „Alleh Hopp Spiesen“, bei dem ich ebenfalls in die närrische Bütt steige.

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

ich hoffe, Sie sind genauso in Fastnachts-Stimmung wie ich. Ich freue mich auf die närrischen Tage, auf bunte Umzüge und die vielen fröhlichen Begegnungen, die unsere Fastnacht jedes Jahr so besonders machen.

Ihr

Landrat Sören Meng