Familienfreundlichkeit und Bürgerdialog
Liebe Blogleserinnen und Blogleser,
wieder liegt eine abwechslungsreiche und intensive Woche hinter uns. Den Auftakt bildete unser Jour fixe mit den Dezernentinnen und Dezernenten der Kreisverwaltung. Dabei ging es um die Planung anstehender Termine sowie um Themen, die aktuell besondere Priorität und Relevanz haben.
Im Anschluss stand der Austausch mit unserer Gleichstellungsbeauftragten Heike Neurohr-Kleer auf dem Programm. Sie gab mir einen Einblick in ihre Jahresplanung und berichtete über aktuelle Schwerpunkte ihrer Arbeit. Mit großem Engagement setzt sie sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kreisverwaltung ein und arbeitet kontinuierlich daran, bestehende Benachteiligungen abzubauen.
Zu ihren Aufgaben gehört es unter anderem, Personal- und Organisationsentscheidungen beratend zu begleiten, Diskriminierung entgegenzuwirken, Gleichstellungspläne zu entwickeln und umzusetzen sowie wichtige Sensibilisierungsarbeit zu leisten – auch durch abteilungsübergreifende Veranstaltungen und Informationsangebote.
Im Anschluss an unser Gespräch wurde unsere Kreisverwaltung zum vierten Mal für ihre nachhaltige Personalpolitik ausgezeichnet. Ute Knerr von der Servicestelle „Arbeiten und Leben im Saarland“ der IHK Saarland uns beim Termin erneut das Gütesiegel „Familienfreundliches Unternehmen“. Diese Zertifizierung bestätigt nicht nur die gelebte familienfreundliche Praxis, sondern ist zugleich Ansporn, diese weiterzuentwickeln. In diesem Zusammenhang sprachen wir auch über Themen, die viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewegen: den Tod von Angehörigen, Trauer und Trauerbegleitung sowie die Rolle des Arbeitgebers, wenn Familienmitglieder plötzlich pflegebedürftig werden und dies mit dem Berufsalltag vereinbart werden muss. Mein herzlicher Dank gilt unserer Gleichstellungsbeauftragten sowie dem Team der Servicestelle für die gute Arbeit.
Am Nachmittag ging es in einer Besprechung um die Schaffung von Kita-Plätzen im Landkreis Neunkirchen. Hier tauschte ich mich mit meinem Team aus. Der Landkreis fördert derzeit an verschiedenen Stellen den Kita-Ausbau, unterstützt Kommunen und Träger und steht jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung. Dennoch besteht weiterhin Nachholbedarf, und wir setzen uns aktiv für die Schaffung weiterer Plätze ein.
Am Dienstagmorgen tauschte ich mich mit dem Geschäftsführer der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft (GSG) in Neunkirchen, Guido Esseln, aus. Die GSG ist ein moderner Immobiliendienstleister in kommunaler Hand mit dem Ziel, eine sichere und sozial verantwortliche Wohnraumversorgung für breite Bevölkerungsschichten in Neunkirchen zu gewährleisten. Sie errichtet, betreut, bewirtschaftet und verwaltet Bauten in allen Rechts- und Nutzungsformen. Im Gespräch wurde deutlich, dass insbesondere im Landkreis Neunkirchen der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum wächst. Dies hängt auch mit der demografischen Entwicklung zusammen. Wenn ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben sollen, sind erhebliche Investitionen notwendig. Leider kann der Landkreis hier nicht aktiv fördern. Wird jedoch ein Umzug in stationäres Wohnen erforderlich und reichen die finanziellen Mittel nicht aus, ist der Landkreis als Kostenträger gefordert. Diese Thematik zeigt eine der wichtigsten bestehenden Herausforderungen unserer Gesellschaft sehr deutlich.
Am Nachmittag besuchte ich die Jahresauftaktveranstaltung der Sparkasse Neunkirchen. Als Verwaltungsratsvorsitzender konnte ich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre gute und zuverlässige Arbeit würdigen. Die Vorstandsmitglieder Jörg Welter und Patrick Rammo stellten aktuelle Themen vor und wagten einen Blick in die Zukunft. Natürlich kam auch das größte Bauprojekt in der Geschichte der Sparkasse – der Neubau der Hauptstelle in der Neunkircher Innenstadt – zur Sprache. Keynote-Speaker war Alexander Huber, der bekannte Bergsteiger, der gemeinsam mit seinem Bruder Berggeschichte geschrieben hat.
Im Anschluss nahm ich am zweiten Bürgerdialog zum Strukturwandel im Landkreis Neunkirchen teil, der von der Staatskanzlei initiiert wurde. Gemeinsam mit Ministerpräsidentin Anke Rehlinger hatte ich dabei die Gelegenheit, direkt mit Bürgerinnen und Bürgern aus dem Landkreis ins Gespräch zu kommen und ihre Anregungen und Fragen aufzunehmen. Der erste Bürgerdialog hatte bereits in der vergangenen Woche in digitaler Form stattgefunden. Nach einem einleitenden Statement der Ministerpräsidentin durfte ich als Landrat die Perspektiven und Herausforderungen des Strukturwandels im Landkreis Neunkirchen darstellen. Anschließend arbeiteten die engagierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Arbeitsgruppen weiter. Es war eine sehr intensive, offene und kenntnisreiche Veranstaltung, die im Mai fortgesetzt wird. Die Bürgerdialogreihe zum Strukturwandel setzt den Beteiligungsprozess der Landesregierung fort. In 20 regionalen Veranstaltungen diskutieren rund 1.000 zufällig ausgeloste Bürgerinnen und Bürger zentrale Zukunftsfragen und entwickeln konkrete Empfehlungen für die Landespolitik. So entsteht ein Dialog, der die Vielfalt unserer Gesellschaft abbildet und eine tragfähige Grundlage für Entscheidungen im Strukturwandel schafft – getragen von den Menschen vor Ort. Es war erneut eine sehr eindrucksvolle Veranstaltung.
Am Mittwoch ging es ins Saarpark-Center, wo uns von Centermanager Sergei Vadiaev im Erdgeschoss eine neue Ladenfläche zur Verfügung gestellt wurde, um unsere Regionalmarke zu präsentieren. Unterstützt wurden wir hierbei auch von unserer Beschäftigungsgesellschaft AQA. Herzlichen Dank an das Saarpark-Center und die Verantwortlichen sowie an das Team rund um unsere Regionalmarke, die von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und dem Verantwortlichen Willi Walter getragen wird. Danach tauschte ich mich mit dem Leiter unserer Katastrophenschutzbehörde, Alexander Koch, zu verschiedenen Maßnahmen aus. Der Rest des Tages war von zahlreichen Rücksprachen und Telefonterminen bestimmt.
Gestern tagte der Kreisausschuss, der in erster Linie die kommende Kreistagssitzung im nichtöffentlichen Teil vorbereitet hat. Daher kann ich an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen. Zudem tauschte ich mich mit den Geschäftsführern der Neunkircher Verkehrs GmbH, Markus Groß und Stefan Scheer, zur aktuellen Lage und zu den weiteren Planungen aus. Im Februar wird hierzu eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung stattfinden.
Am Abend fand die Verabschiedung des langjährigen Schulleiters Frank Brück der Mühlbachschule Schiffweiler, einer Gemeinschaftsschule in unserer Trägerschaft, statt. Mir war es wichtig, die gute Arbeit des Schulleiters aus Sicht des Schulträgers zu würdigen. Ich zitiere aus meiner Rede:
>>Sie haben stets für Ihre Schule gekämpft – engagiert, leidenschaftlich und zugleich konstruktiv. Schule ist ein Ort vieler Menschen, vieler Meinungen und vieler Herausforderungen. Genau das hatten Sie immer im Blick. In unseren Gesprächen ging es nie nur um Gebäude oder Zahlen, sondern immer um die Frage, was Kinder und Jugendliche wirklich brauchen.
Ich erinnere mich gut an die Diskussionen rund um Erweiterungen und zusätzliche Räume. Diese waren notwendig und richtig. Gemeinsam haben wir Lösungen gefunden, und ich habe Sie dabei immer als verlässlichen, klaren und kooperativen Partner erlebt – im Austausch mit der Kreisverwaltung ebenso wie mit allen Beteiligten vor Ort.
Besonders beeindruckt hat mich Ihre Haltung im vergangenen Jahr, als Sie gemeinsam mit Ihrer Schulgemeinschaft klar Stellung bezogen haben gegen die Schmierereien mit Naziparolen am Schulgebäude, wie Sie sich ganz deutlich mit Ihren Schülerinnen und Schülern mit einer Menschenkette gegen diesen Vandalismus und gegen jede Form von Extremismus gestellt haben. Dieses deutliche Nein war mehr als eine Reaktion – es war Haltung. Und diese Haltung haben Sie Ihren Schülerinnen und Schülern vorgelebt.
Dafür danke ich Ihnen und der ganzen Schulgemeinschaft!
Lieber Herr Brück, Sie haben diese Schule geprägt. Sie haben Menschen begleitet, ermutigt und manchmal auch gefordert. Und Sie hinterlassen Spuren, die bleiben.
Für den nun beginnenden neuen Lebensabschnitt wünsche ich Ihnen vor allem Gesundheit, Neugier auf das, was kommt, und Zeit für das, was Ihnen und Ihrer Familie Freude macht – und natürlich viel Erfüllung in Ihrer Rolle als Opa.
Zum Schluss ein Satz von Trude Herr: „Niemals geht man so ganz.“
Sie gehen nicht wirklich – denn ein Teil von Ihnen bleibt an dieser Schule.<<
Heute Morgen standen weitere Rücksprachen sowie interne und externe Termine an. Heute ist der letzte Arbeitstag des Schulleiters am Förderzentrum des Landkreises, der Förderschule Lernen „Schule am Ziehwald“: Manuel Geißner. Da war es mir wichtig, mich persönlich zu verabschieden.
Seit 1992 hat er diese Schule entscheidend geprägt, seit Mitte der 2000er-Jahren als Schulleiter. Über viele Jahre durfte ich mit ihm vertrauensvoll zusammenarbeiten – stets mit einem klaren Blick auf das Wohl der Schülerinnen und Schüler.
Gemeinsam mit seinem engagierten Team setzte er sich konsequent für Chancengleichheit ein. Zugleich war er – auch in enger Zusammenarbeit mit der Wingertschule in Trägerschaft des Landes – ein wichtiger Motor dafür, dass beide Schulen heute an einem gemeinsamen Standort vereint sind.
Lieber Herr Geißner, vielen Dank für Ihr vorbildliches Engagement, Ihre Haltung und Ihren unermüdlichen Einsatz über all die Jahre. Morgen Abend besuche ich die Kappensitzung des KUV in Wiebelskirchen. Apropos Kappensitzung: Am kommenden Dienstag findet der Narrenempfang im Landratsamt statt. Ich freue mich sehr darauf, die Vertreterinnen und Vertreter unserer 35 Karnevalsvereine im Landkreis begrüßen zu dürfen.
Liebe Blogleserinnen und Blogleser, unterstützen Sie das Kulturgut Fasnacht und besuchen Sie die zahlreichen Veranstaltungen im gesamten Landkreis – es lohnt sich.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
Ihr Landrat Sören Meng





