Haushalt 2026 verabschiedet
„Der vorgelegte Haushalt bildet die finanzielle Realität ab, vor der wir stehen. Unsere Gesellschaft verändert sich, unsere Aufgaben wachsen kontinuierlich, was sich auch in den Zahlen niederschlägt. Eins bleibt bei allen Herausforderungen sicher: Die Bürger können sich auf unsere Leistungen verlassen. Wir stehen zu unserer Verantwortung“, betont Landrat Sören Meng.
Der Kreishaushalt 2026 weist einen Gesamtetat von 271 Millionen Euro aus. Damit erhöht sich das Gesamtvolumen gegenüber dem diesjährigen Haushalt in Höhe von 254 Millionen Euro um 17 Millionen Euro.
Die Erhöhung des Gesamthaushaltes und damit verbunden auch die des Umlagesatzes von 55,42 % auf 64,52 % ist, wie Landrat Sören Meng betont, auch in diesem Jahr vielen externen Faktoren wie etwa den Tariferhöhungen und den steigenden Jugend- und Sozialhilfekosten geschuldet.
Die größten Positionen im Haushalt sind mit knapp 74 % auch in diesem Jahr die Aufwendungen im Bereich Jugend- und Sozialhilfe: Rund 118,5 Millionen Euro (2025: 114,4 Millionen Euro) werden für die Sozialen Hilfen und 81,5 Millionen Euro (2025: 74,4 Millionen Euro) im Bereich der Jugendhilfe aufgewendet.
Damit fließe fast jeder zusätzliche Euro in gesetzlich vorgeschriebene Leistungen, um Rechtsansprüche zu erfüllen, so Meng. „Der hohe Anteil an den Gesamtaufwendungen spiegelt die soziale Verantwortung des Landkreises gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern wider. Unser Anspruch ist es, Menschen in sozialen Notlagen und besonderen Lebenssituationen verlässlich zu unterstützen. Zugleich wissen wir, dass man noch stärker in präventive Maßnahmen investieren müsste, um Probleme frühzeitig abzufedern. Genau hier stoßen wir jedoch zunehmend an finanzielle Grenzen.“
In der Arbeit des Landkreises nimmt die Entwicklung der Schulen jedes Jahr einen festen Stellenwert ein. Kontinuierlich wird geprüft, wo zusätzlicher Raum und zeitgemäße Ausstattung erforderlich sind. Entsprechend befinden sich zahlreiche Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen an verschiedenen Schulstandorten für das kommende Jahr in Planung. Auch der Katastrophenschutz wird weiter konsequent gestärkt. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig eine leistungsfähige Gefahrenabwehr ist. Ziel ist es, die Einsatzfähigkeit weiter zu erhöhen und den Landkreis bestmöglich auf Krisen- und Gefahrenlagen vorzubereiten, um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger dauerhaft zu gewährleisten.
„Die finanzielle Lage der Kommunen, gerade im Saarland, hat einen Punkt erreicht, an dem die Kreisumlage vielerorts kaum noch leistbar ist“, so der Kämmerer des Landkreises Neunkirchen, Olaf Niesen. „Ich weise seit Jahren darauf hin, und die Situation verschlechtert sich kontinuierlich. Damit stellt sich grundlegend die Frage, ob die saarländischen Kommunen strukturell noch ausreichend finanziell ausgestattet sind, um ihre Aufgaben verlässlich erfüllen zu können.“
Folgende wichtige Maßnahmen sind im Kreishaushalt dokumentiert:
32,5 Millionen Euro sind für die Erfüllung der laufenden Aufgaben als Schulträger der weiterführenden und berufsbildenden Schulen vorgesehen. Hinzu kommen Investitionen in Höhe von 20,6 Millionen Euro. Den Schwerpunkt seiner Investitionen legt der Landkreis Neunkirchen auch im kommenden Jahr auf den Ausbau und die Modernisierung seines Bildungs- und Kinderbetreuungsangebotes.
Die geplante Gesamtsumme der Investitionsmaßnahmen beläuft sich im Jahr 2026 auf rund 20,6 Millionen Euro (2025: 26,0 Millionen Euro, 2023: 23,8 Millionen Euro).
Im Jahr 2026 liegt der Schwerpunkt auf der Fortführung bereits begonnener größerer Baumaßnahmen, wie beispielsweise an der Gemeinschaftsschule Schiffweiler sowie dem Ganztagsausbau an der Gemeinschaftsschule Illingen. Darüber hinaus wird die Baumaßnahme an der Gemeinschaftsschule Neunkirchen Stadtmitte im Jahr 2026 abgeschlossen.
Als neue größere Maßnahme ist die Neugestaltung des Schulhofes der Gemeinschaftsschule Illingen im Zuge des Ganztagsausbaus mit einem Investitionsvolumen von 500.000 Euro zu nennen.
Außerdem ist erstmals ein Haushaltsansatz für den Bau einer Katastrophenschutzleitstelle in Höhe von 1,5 Millionen Euro vorgesehen. Diese soll gemeinsam mit dem bereits in Vorjahren geplanten Katastrophenschutzlager im Jahr 2026 umgesetzt werden.
Darüber hinaus entfallen 5,9 Millionen Euro auf Zuschüsse für den Bau von Kindertagesstätten in 2026 und den Folgejahren.
Bei den freiwilligen Leistungen bleibt der Landkreis auch im Haushaltsplan 2026 in Rahmen des gesetzlich vorgegebenen Höchstbetrags. Das Gesamtvolumen der sogenannten Aufwendungen für abweisbare Aufgaben beziffert sich auf rund 931.040 Euro (2025: 835.490 Euro).
Die Kreisumlage für die Kommunen steigt um rund 16,2 Millionen Euro von 108,6 Millionen Euro auf 124,8 Millionen Euro.
„Die Erhöhung der Kreisumlage ist für uns keine politische Entscheidung, sondern eine sachlich gebotene Notwendigkeit. Wir erhöhen sie nicht, weil wir mehr wollen, sondern weil wir mehr müssen“, betont Landrat Sören Meng zum Schluss. „Die Ursachen liegen nicht in neuen Projekten, nicht in freiwilligen Leistungen und nicht in einem Ausbau der Verwaltung, sondern in massiv steigenden Pflichtausgaben bei gleichzeitig nicht ausreichend wachsenden Einnahmen.“
Gemeinsame Anträge zum Entwurf des Kreishaushaltes wurden von der SPD- und CDU-Fraktion im Bereich der abweisbaren Aufgaben aufgenommen. Ein weiterer Antrag beschäftigt sich mit der Gründung einer Kommission für Finanztransparenz im Hinblick auf den Kreishaushalt.

