Der heilige Wendalinus

Warum zeigt das erste der Bilder den hl. Wendalinus bei der Unterweisung der Bauern im Pflügen? Es ist die lebensnahe Gestalt des frommen schottischen Königssohnes, der, um 554 als Sohn des Königspaares Forchart und Iveline geboren, später allem irdischen Glanz und Reichtum entsagte, um nur noch Gott und seiner Lehre zu dienen.

Das Bild verdeutlicht eine Szene aus jenen Tagen, da er in Tholey im St. Wendeler Land wirkte, wo er auch später, nach einem kaum zu überbietenden Leben voll Arbeit im Dienste des Höchsten, als Prior der Benediktiner-Abtei Tholey zur Ewigkeit einging.

Spätere Kritiker des Bildes glaubten beanstanden zu müssen, dass der Künstler Franz Kiederich sich eines gewissen Anachronismus schuldig gemacht habe, insofern nämlich, als zur Zeit der Christianisierung durch den schottischen Königssohn die Arbeit des Pflügens in den kultivierteren Strichen unserer Saar bereits bekannt gewesen wäre. Auch die Kopfgeschirre der beiden Zugochsen erschienen diesen Kritikern etwas zu modern.

Diese Kritik mag einen gewissen Grad der Berechtigung haben. Sie geht aber bewusst oder unbewusst daran vorbei, dass die Wirkung des Bildes nichtsdestoweniger unerhört eindrucksvoll bleibt, eine Wirkung, der sich bei den Führungen bisher noch kein Besucher in der Tat entziehen konnte.

Doch welche Verbindung hat nun der hl. Wendalinus zum Landkreis Neunkirchen? Dies lässt sich nur mit einem Blick in die Geschichte des Landkreises Neunkirchen – vormals Landkreis Ottweiler – erklären. Bis zur Gebietsreform im Jahre 1974 war Tholey – der Ort, an dem Wendalinus Prior der Benediktiner-Abtei war – Teil des Kreises Ottweiler. So schließt sich also der Kreis um die Geschichte des heiligen Wendalinus im Sitzungssaal des Landkreises Neunkirchen.

Goethe auf der Terrasse des Schlosses