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Landkreis und Alex-Deutsch-Stiftung trauern um Zeitzeuge und Holocaust-Überlebenden Leslie Schwartz



Foto: Jasmin Alt

Der ungarisch-amerikanische Holocaust-Überlebende Leslie Schwartz ist im Alter von 90 Jahren am 12. Mai in Miami verstorben. „Mit Leslie Schwartz verlieren wir einen eindrucksvollen Zeitzeugen und guten Freund der Alex-Deutsch-Stiftung. Zweimal besuchte der in Miami und New York lebende Zeitzeuge des Holocaust das Saarland. Seine Intention, jungen Menschen seine Lebensgeschichte zu erzählen verband ihn mit Alex Deutsch und unserer Stiftung“, so Landrat Sören Meng. "Mit beidseitiger Freude haben wir seine Besuche vorbereitet. Über die Jahre entstand eine freundschaftliche Beziehung zwischen ihm und der Alex-Deutsch-Stiftung. Es war für alle, die dabei sein durften, großartig zu beobachten, wie die jungen Menschen in unseren Schulen ihm seine Botschaft bzw. seine Aufforderung zur Humanität quasi von den Lippen ablasen“, so Reinhold Strobel, der diese überaus beeindruckende Besuche federführend mit dem Adolf-Bender-Zentrum organisiert hatte. Seit 1984 hielt sich Leslie Schwartz und seine zweite Ehefrau Annette vom Frühjahr bis Herbst in Münster-Kinderhaus auf. Von hier stammte seine Ehefrau. Die übrige Zeit des Jahres verbrachten die Eheleute  in New York City und Florida.

Leslie Schwartz (*12. Januar 1930 - †12. Mai 2020) wurde im Mai 1944 mit seiner gesamten Familie ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Nach einiger Zeit wurde er in das Konzentrationslager nach Dachau verbracht. Am 30.04.1945 wurde Schwartz von US-amerikanischen Truppen am Bahnhof in der Nähe von Tutzing befreit. 1946 wanderte er aus in die USA. 

2007 erschien sein Buch „Durch die Hölle von Auschwitz und Dachau. Ein Junge erkämpft sein Überleben“ zuerst auf dänisch, 2010 auch auf deutsch. 2013 wurde Leslie Schwartz für seinen unermüdlichen Einsatz mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt.




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