Landkreis Neunkirchen - Newsdetail

„Vielfalt rockt“ 2019



Text und Bilder: Katja Janoschek

In der Aula der Gesamtschule Neunkirchen fand am 21.3.2019 im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus ein weiteres „Konzert gegen Rechts“ unter dem Motto „Vielfalt rockt“  statt.

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Für diesen Leitsatz hat sich die Ganztagsgesamtschule in Neunkirchen bewusst entschieden. Diese Initiative richtet sich an alle Schulmitglieder,  was bedeutet, dass Pädagogen und Schüler gemeinsam die Inhalte ihrer Aktivitäten bestimmen. Sie fragen sich, wie sie mit der Vielfalt im Schulalltag umgehen können und suchen nach solidarischen Antworten, was gerade im Zusammenleben verschiedener Nationen und Kulturen unabdingbar ist um einen friedlichen und funktionierenden Unterrichtsablauf zu gewährleisten.

Eine dieser Aktivitäten ist das jährliche „Konzert gegen Rechts“, das von Schulsozialarbeiter Peter Balnis ins Leben gerufen wurde, der im Februar 2016 unerwartet aus dem Leben geschieden ist. Er engagierte sich im Sinne des Leitsatzes  für eine bestmögliche Bildung für alle ohne Einschränkung durch soziale Herkunft  und gegen Rassismus und Diskriminierung jeder Art. Ein Mittel, mit dem er vor allem die Schüler immer erreicht hat, war die Musik. Seiner Tradition folgend hat die Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ auch in diesem Jahr ein Event organisiert von Schülern für Schüler.

Durchs Programm führte der Zehntklässler George, der einleitend noch einmal betonte, dass kein Mensch das Recht habe einen anderen aufgrund des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Weltanschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung zu diskriminieren.

Dass auch das Lehrpersonal voll hinter dieser Maxime steht, bewies direkt die erste Band „JuSt FlatMates“ mit Julia Rebold, die an der Schule Englisch und Ethik unterrichtet. Sie performte  mit zwei Freundinnen sowohl gecoverte als auch selbst komponierte Pop- und Rocksongs. Im Anschluss präsentierte die Schulband in unterschiedlicher Besetzung ihre eigenen Konzertbeiträge. Auch zwei der Band-Mitglieder von „NuBreezeProject“ arbeiten an der Schule als Dozenten für Musik-AGs: Vater Mario (Bass) und Sohn Brice Bartone (Rapper, Drummer und Songwriter). Sie traten zusammen mit dem weltweit erfolgreichen Jazzer Christof Thewes auf, der die zusammengewürfelte Künstlergruppe verschiedener Kulturen, Generationen und musikalischer Einflüsse mit der Posaune begleitete. 

Für stimmungsvolle Zwischenauftritte sorgten die Tanzgruppe „The Chipmanzcrew“, in der ehemalige und derzeitige Schüler gemeinsam mit akrobatischen Choreografien begeisterten sowie die charismatischen Mitglieder des „Hope Theatre“ aus Nairobi, die 2009 von einem deutsch-österreichischen Regisseur mit jungen Erwachsenen aus Kenia gegründet wurde. Sie zeigen auf ihrer 10. Europatournee Stücke zum Thema Fairness im wirtschaftlichen und sozialen Kontext. Ein bestimmender Teil der Arbeit ist der Austausch mit dem Publikum aller Altersklassen, vor allem mit SchülerInnen. Sie wollen damit das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen Afrika und Europa von afrikanischer Seite positiv-kritisch, unsentimental, urban und authentisch beleuchten.

Einen würdigen Abschluss fand der Tag im Discokeller der Schule mit DJ Patrick Schmitz, der regelmäßig im SOHO-Club in Saarbrücken sowie in Clubs deutschlandweit auflegt.

In Zusammenarbeit mit dem Jugendforum Neunkirchen, mit Florian Klein vom Adolf-Bender-Zentrum als Koordinator, hat die Schüler-AG unter der Leitung der Sozialarbeiter Lars Bieringer und Jenny Klasen wieder alle Hebel in Bewegung gesetzt, ein Konzert der Extraklasse auf die Beine zu stellen. Und dabei sichtbare Anstöße zu geben, sich gegen Rassismus - für mehr Gleichheit, Toleranz und Frieden zu engagieren. Die stylischen Armbänder mit dem Leitspruch „Mensch ist Mensch“ sorgten für einen bleibenden Eindruck. Gefördert wurde das Projekt über das Jugendforum im Rahmen der „Partnerschaft für Demokratie“ des Landkreises Neunkirchen im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Anhand der hohen Besucherzahl und der ausgelassenen Stimmung konnte man zusehen, mit wie viel Spaß gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt wurde.

Auch Schulleiter Clemens Wilhelm steht voll hinter diesem und weiteren Projekten gegen Diskriminierung und Ausgrenzung und für Vielfalt an der Schule. Geplant sind für das laufende Jahr ein Färbergarten, in dem Naturfarben gewonnen werden, die die Basis bilden für kreatives Schaffen rund um das Thema „Vielfalt und Verschiedenheit“ mit Bildern und fair gehandelten T-Shirts sowie ein Musik-Projekt mit dem Rapper „Manu Meta“, in dem sich die jungen Menschen mit dem Thema „Demokratisches Denken und Handeln“ auseinander setzen und in dem „Jede Stimme zählt“.

Mit solchen Initiativen können die Schüler und Schülerinnen Position beziehen zu täglicher Diskriminierung in ihrem Lebensumfeld und sich zusammen mit Lehrern und externen Partnern engagieren.  Sie haben die Möglichkeit, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten, indem sie sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden und die Mauer von Vorurteilen durchbrechen. Für mehr Demokratie und Toleranz an der Schule und in der Gesellschaft.




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