Heimat ist weit weg und ganz nah Lesung des Landkreisbuches in der Neunkircher Stadtbibliothek



Eine sehr lebendige Lesung wurde den Gästen in der Stadtbibliothek Neunkirchen präsentiert. Auf Einladung der Leiterin der Bibliothek Gabriele Essler stellte Landrat Sören Meng gemeinsam mit den Autoren Hans-Joachim Hoffmann, Stephan Friedrich, Bernhard W. Planz und Friedrich Denne  das Landkreisbuch, das dank der Sparkasse Neunkirchen veröffentlicht werden konnte, vor. Zuvor lobte Gabriele Essler das Ende 2017 erschienene Landkreisbuch: „Mich begeistert das Spektrum der Themen, das Buch wird nonstop ausgeliehen“, so Essler.

Landrat Sören Meng führte mit den Autoren Interviews und entlockte ihnen auch Hintergrundinfos zu den Artikeln. Bernhard W. Planz beschäftigt sich in seinem Artikel, der gemeinsam mit Dieter Robert Bettinger entstanden ist, mit den Auswirkungen der Reformation im heutigen Landkreis. Stephan Friedrich erzählte Grenzgeschichten, aus der Zeit, als es in Spiesen noch eine Grenze und es „in Preußen günstige Zigaretten gab“. Mit der Geschichte des Landkreises und der Gründung der heutigen Sparkasse Neunkirchen beschäftigte sich Hans-Joachim Hoffmann. Sein Zitat des einstigen Ottweiler Pfarrers Johann Anton Hansen sorgte für ein Schmunzeln der Zuhörer: „Zwei Bücher sollen in Deinem Hause bei allen in hohen Ehren stehen, das Gebetbuch und das Sparkassenbuch.“ Landrat Sören Meng zitierte aus dem Interview des erfolgreichen in Neunkirchen geborenen Professor Dr. Günter Rohrbach, dem die Kreisstadt einen Filmpreis gewidmet hat. Er berichtete von seinem Treffen mit Rohrbach in einem Münchner Hotel, in dem Günter Rohrbach sich an seine Kindheit in Neunkirchen erinnert. “Heimat ist so vieles, viele einzelnen Dinge, die ein komplexes Gebilde der Erinnerung formen. Heimat, das ist weit weg und ganz nah“, so der Ausspruch Günter Rohrnbachs im Buch. Erinnerungen des Publikums rief der von Meng zitierte Artikel von Gerd Meiser über den Besuch von Erich Honecker 1987 in Neunkirchen hervor. Auch Landrat Sören Meng berichtete über seine Beobachtungen rund um den Besuch, den er natürlich als Wiebelskircher aus nächster Nähe wahrnahm. Hier wurden Fensterplätze zu Höchstpreisen an Pressevertreter aus aller Welt vermietet, sogar Kanaldeckel wurden aus Sicherheitsgründen verschweißt, es schien als sähe die Weltöffentlichkeit an einem Tag im Jahr 1987 auf Neunkirchen.  Auch erinnert der langjährige Chef der Neunkircher Saarbrücker Zeitung Gerd Meiser in seinem Beitrag an die Demos rund um den Honeckerbesuch. So skandierte der heutige Wirtschaftsminister Peter Altpeter, damals in der Jungen Union vor dem Bürgerhaus „Die Mauer muss weg.“ Eines wurde an diesem Abend deutlich. Das Landkreisbuch ist voller Geschichten und stellt den Städte und Gemeinden des Kreises anschaulich dar. Bilder aus vielen Jahrzehnten machen das Ganze rund.