Landrat fordert dauerhaft geförderter zweiter Arbeitsmarkt



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Landrat Sören Meng fordert eine langfristige Förderung des zweiten Arbeitsmarktes. „Trotz stabiler Beschäftigungssituation ist die Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit eine zentrale Herausforderung der Arbeitsmarktpolitik. Die Förderung des sogenannten zweiten sozialen Arbeitsmarktes ist hier ein wichtiger Bestandteil. Denn es ist unsere sozialpolitische Verantwortung, dass auch Arbeitsmarktferne eine Chance bekommen. Für diese Menschen ist es mehr als eine Beschäftigung“, appelliert der Landrat an die Wichtigkeit einer dauerhaften Förderung durch die neue Bundesregierung.

Im Landkreis Neunkirchen gibt es ein breites Angebot an Beschäftigungsmaßnahmen, die durch verschiedene Träger realisiert werden. Mit den 475 geförderten Plätzen ist der Landkreis Neunkirchen der aktivste Kreis im Saarland und Rheinland-Pfalz, was die Förderung des zweiten Arbeitsmarktes angeht. Daher hat der Landkreis, die Bundesagentur für Arbeit, das Jobcenter und die einzelnen Maßnahmenträger die Wichtigkeit dieses Angebots und dessen Förderung in einer Pressekonferenz erläutert.

Der Landkreis Neunkirchen und die Bundesagentur für Arbeit unterstützen die Förderung von Beschäftigungsmaßnahmen und geben damit Langzeitarbeitslosen eine Perspektive. In diesem Jahr haben der Landkreis (1 Millionen Euro) und das Jobcenter (3,62 Millionen Euro) im Rahmen einer Co-Finanzierung insgesamt 475 Arbeitsmaßnahmen auf dem zweiten Arbeitsmarkt gefördert. „Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen haben in unserem Landkreis, auch bedingt durch den Strukturwandel eine Tradition. Wir qualifizieren Menschen, geben ihnen Struktur und neue berufliche Perspektiven“, formuliert Landrat Sören Meng die positiven Auswirkungen von Beschäftigungsmaßnahmen.

Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, verweist auf die Wichtigkeit öffentlich geförderter Beschäftigung für langzeitarbeitslose Menschen. „Ziel ist es, auch denen eine Chance zur Teilhabe am Arbeitsmarkt zu geben, für die sich im regulären Beschäftigungssystem kein Platz findet. Rund drei Millionen Euro stellt der Bund dem Landkreis Neunkirchen hierfür in diesem Jahr zur Verfügung. So können 475 zusätzliche Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose geschaffen werden – ein ganz wichtiger Beitrag zur gesellschaftlichen Integration“, erläutert Haßdenteufel. „Arbeitslose Menschen, für die eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt auf Dauer nicht absehbar ist, sind eine besondere Herausforderung für alle Arbeitsmarktakteure. Diesen Menschen gegenüber besteht die Verpflichtung, ihnen eine persönliche Perspektive auf sinnvolle existenzsichernde Beschäftigung sowie auf soziale Teilhabe zu eröffnen. Das Jobcenter im Landkreis Neunkirchen engagiert sich auf diesem Feld stark,“ ergänzt Haßdenteufel.

Die Beschäftigungsmöglichkeiten sind vielfältig. Im Landkreis Neunkirchen bieten verschiedene Träger Beschäftigungsmaßnahmen an. Die Einsatzfelder bei der AQA mbH, dem Diakonischen Werk, dem Familie- und Nachbarschaftszentrum, der GSE des ASB und der Neuen Arbeit Saar gGmbH sind breit gefächert. „Die unterschiedlichen Maßnahmen betreffen viele Lebensbereiche, sei es Mobilität, Versorgung, Betreuung und Landschaftspflege. Hier ist ein engmaschiges Netz entstanden, das Menschen begleitet und stabilisieren kann. Gemeinsam mit der Arbeitsverwaltung, unterschiedlichen Trägern und unserer eigenen Beschäftigungsgesellschaft AQA gestalten wir den sozialen Arbeitsmarkt. “, so Landrat Sören Meng.

Die Beschäftigungsmöglichkeiten werden von den meisten Arbeitslosen gut angenommen. „Die meisten Maßnahmenteilnehmer bewerten die Beschäftigungsmaßnahmen po­sitiv, denn die Beschäftigung vermittelt das Gefühl, gebraucht zu werden und selbst etwas leisten zu können. Sie erfahren einen geregelten Tagesablauf, haben einen Arbeitsalltag und kommen damit dem gesellschaftlichen Normallfall von Erwerbsarbeit recht nahe“, so die Geschäftsführerin des Jobcenters Neunkirchen Katja Sauerbrey.