Wohngeldreform zum 1. Januar


Haushalte mit geringerem Einkommen erhalten mehr Geld

Am 1 . Januar 2016 ist die Wohngeldreform in Kraft getreten.
„Durch die Reform werden Geringverdiener und Alleinerziehende nachhaltig entlastet. Die Lebenssituationen der  Menschen können verbessert werden“, so Landrat Herrn Sören Meng beim  Pressegespräch an dem Sozialdezernentin Birgit Mohns-Welsch und Mitarbeiterin Nadine Huber teilnahm. Im Zentrum der Wohngeldreform steht die Anpassung des Wohngeldes an die Mieten- und Einkommensentwicklung. Sie bedeutet eine deutliche Verbesserung für viele Menschen, die ein geringeres Einkommen oder eine geringe Rente haben.

 

Die Reform des Bundes bedeutet eine Erhöhung des Wohngeldes um durchschnittlich 39 Prozent und soll damit bezahlbaren Wohnraum für alle ermöglichen. Berücksichtigung findet sowohl der Anstieg von Kaltmieten als auch die Entwicklung der warmen Nebenkosten – also Heizung und Warmwasser. Trotz allem bleiben die Energiekosten weiterhin unberücksichtigt.  Die Anhebung der Miethöchstbeträge erfolgt in Abhängigkeit von der Mietenentwicklung bundesweit regional gestaffelt. Ebenso werden die Mietenstufen neu festgelegt.

 

Betroffen von der Wohngelderhöhung sind bundesweit 450.000 Haushalte die Leistungen aus der Grundsicherung oder Wohngeld beziehen. Es wird damit gerechnet, dass mit der Reform nun bundesweit mehr als 320.000 Haushalte neu oder wieder wohngeldberechtigt sind. Wohngeldbescheide, die im Jahr 2015 erteilt worden sind und in das Jahr 2016 hineinreichen, werden von der Wohngeldbehörde des Landkreises Neunkirchen automatisch auf ein höheres Wohngeld überprüft. Hierfür ist kein neuer Antrag erforderlich. Ergibt die Neuberechnung ein höheres Wohngeld, wird der entsprechende Betrag automatisch nachgezahlt. Ein neuer Wohngeldantrag (Weiterleistungsantrag) ist erst für die Zeit nach Ablauf des bisherigen Bewilligungszeitraumes erforderlich. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass Empfängerinnen und Empfänger bestimmter Sozialleistungen vom Wohngeld ausgeschlossen sind, wenn diese Leistungen die Wohnkosten bereits berücksichtigen. Hierzu zählen zum Beispiel Grundsicherung für Arbeitssuchende (Alg II) und Grundsicherung im Alter sowie bei Erwerbsminderung. Mit dem neuen Wohngeld kann jedoch in vielen Fällen die Notwendigkeit eines Grundsicherungsbezuges enden und stattdessen Wohngeld bezogen werden, wenn dadurch die Hilfebedürftigkeit vermieden wird. Diese Überprüfung erfolgt ebenfalls automatisch durch das Sozialamt.

 

Mit der vom Bund bereits im März beschlossenen Wohngeldreform wird eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt. Die letzte Wohngeldreform war 2009 die jetzige soll gerade Familien und Rentnern zugutekommen. Ebenfalls neu beschlossen wurde, dass die Wirkung des Wohngeldes künftig alle zwei Jahre überprüft werden soll, damit das Wohngeld rechtzeitig an dynamische Entwicklungen angepasst werden kann.

 

Antragsformulare erhalten die Bürgerinnen und Bürger auf den jeweiligen Rathäusern sowie bei der Kreisverwaltung. Bei Fragen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wohngeld-behörde des Kreissozialamtes gerne zur Verfügung.

 

Kreissozialamt des Landkreises Neunkirchen,
Martin-Luther-Straße 2, 66564 Ottweiler, 06824/906-0
www.landkreis-neunkirchen.de

 

 

Hintergrund:


Wohngeld unterstützt seit über 50 Jahren einkommensschwache Bürgerinnen und Bürger bei ihren Wohnkosten. Wohngeld ist keine Sozialleistung und um es beantragen zu können, muss man seinen Lebensunterhalt und die Kosten der Unterkunft selbstaufbringen können. Wohngeld gibt es sowohl als Mietzuschuss für Personen, die Mieterin oder Mieter sind, als auch als Lastenzuschuss für Eigentümerinnen und Eigentümer von selbst genutzten Wohnraum. Auf Wohngeld besteht ein Rechtsanspruch. Man kann sie jedoch nur erhalten, wenn man sie beantragt.